Lappland

Lappland

Lappland-Galerie

Lappland ist kalt, es gibt Unmengen an Schnee, der vermeintliche Wohnsitz des Weihnachtsmannes ist dort zu finden und man geht nach der Sauna todesmutig ins Eisloch um sich abzukühlen. Diese Vorstellungen trug ich vor meinem Lappland-Trip mit dem Erasmus Student Network in meinem Kopf. Ich wurde auch nicht enttäuscht - es wurde wesentlich besser als in meiner Vorstellung! :-)

Das Abenteuer Lappland begann bereits mit der Anreise. 12h Zugfahrt im Schlafwagen hatten wir vor uns. Die 3-Bett-Abteile in den finnischen Schlafwagen sind grundlegend gut ausgestattet. Bettwäsche, Handtücher und sogar ein verstecktes Waschbecken sind vorhanden. Schlafen kann man während der Fahrt, auf Grund des sehr sanften Fahrstils, verdammt gut. Das sanfte Schaukeln und Ruckeln hilft einem sogar beim Einschlafen.

Pünktlich 22:30 Uhr startete unser Zug vom Hauptbahnhof in Helsinki über Tampere, Seinäjoki (Nähe Vaasa) und Oulu Richtung Rovaniemi. Auf den Punkt 10:41 Uhr am folgenden Tag kamen wir im hohen Norden an. Direkt nach dem Aussteigen spürte man bereits die etwas kälteren, lappländischen Temperaturen. Schnee gab es in solchen Massen, wie man sie als Mitteleuropäer nur aus kitschigen amerikanischen Fernsehserien kennt.

Napapiiri - Arctic CircleUnser Bus kam mit kleiner Verspätung und brachte uns zu unserem ersten Ziel - Napapiiri - das Weihnachtsmanndorf am Polarkreis. Mich phaszinierte allerdings am meisten der Fakt, dass ich nun direkt am Polarkreis war. Das “Weihnachtsmanndorf” war mehr ein riesengroßer Weihnachtsmarkt für Touristen aus aller Welt, die noch an den Weihnachtsmann “glauben”. Wir erkundeten statt dessen die Umgebung rund um das Weihnachtsmanndorf und entdeckten mehr aus Zufall einen kleineren Aussichtsturm, der einen kleinen aber beeindruckenden Rundumblick auf die beginnenden Landschaft von Lappland bot. Es war gg. 13:30 und bereits jetzt setzte die Dämmerung ein - ein Fakt der uns die kommenden Tage immer wieder phaszinieren sollte.

Weiter ging es dann mit dem Bus zu einem nächstgelegenen Supermarkt, wo wir die Möglichkeiten hatten uns individuell für die kommenden Tage mit Lebensmitteln und Getränken einzudecken. Dabei ging es den meisten weniger um Lebensmittel, wir wurden ja mit Frühstück und Abendessen in Korvala sehr gut verpflegt. Viele nutzen die Chance um sich entsprechende Alkohol-Vorräte zu besorgen - ein typischer Erasmus-Trip! ;-)

KorvalaUnsere letzte Etappe an diesem Tag führte uns schließlich und letztendlich nach Korvala - unserer Bleibe für die kommenden Tage. Die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und um Korvala das alles zu beschreiben zitiere ich am besten Jaana und Seppo Näsi, unsere Gastgeber und Besitzer dieses Ferienareals.

Arctic reindeer, husky and snowmobile safaris, log cabins complete with skis, snowshoes and ice fishing equipment, and Lapland’s wilderness with its forest paths, lakes and fishing are all available at Korvala, 60 km north of Rovaniemi and the Arctic Circle, Finland.

Korvala’s crown forest estate was established in 1889 alongside the path joining the village of Rovaniemi and the small community of Sodankylä. When the road was completed up to the ice-free Arctic Ocean, inn activity began. Today, work at Korvala’s inn is enjoyed by the fourth generation of the founding family.

Beautiful scenery, nature’s proximity, varied activities and long traditions are essential elements of a holiday at Korvala.

Welcome!

Jaana and Seppo Näsi, and family.

Quelle: http://www.korvala.fi/?deptid=14231

Die folgenden Tage lassen sich mit all ihren Aktivitäten, Erlebnissen und Eindrücken gar nicht so recht in Worte fassen. Ich will aber dennoch einen Versuch starten.

Korvala - unsere HütteWir waren in kleinen gemütlichen und warmen landestypischen 3-6 Personen Holzhütten untergebracht, die allesamt vom Hausherren Seppo gebaut wurden. Es gab einen offenen Kamin, gemütliche Betten und ein Bad mit Dusche. Man konnte aber musste den Kamin nicht nutzen, da es ohnehin eine Zentralheizung gab. Wir probierten den offenen Kamin aber am ersten Abend dennoch aus um den “Gemütlichkeitsfaktor” zu erhöhen. Zum Verhängnis wurde uns aber die Glut am Schluß, die ihren Qualm dann doch mehr ins Zimmer absonderte als in den Kamin. Wir behalfen uns eines Kochtopfes, schafften die Glut raus in den Schnee und vermieden es die folgenden Abende den Kamin zu befeuern. ;-)

Korvala bot alles was man sich von Lappland typischerweise erhofft und vorstellt. U.a. auch Rentiere und Huskys. In Korvala werden letztere übrigens auch gezüchtet - allerdings wirklich nur aus privatem Vergnügen und für die Touristen. Wir kam auch in den kurzen Genuss einer Husky- bzw. Rentierschlittenfahrt. Das ist auf alle Fälle sehr stilecht und gehört wohl für jeden Lappland-Besucher zum “Pflichtprogramm”.

Korvala - Huskys

Korvala - Huskys

Korvala - Rentiere

Korvala - Rentiere

Die Verpflegung war jeden Tag wirklich sehr reichlich und landestypisch. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Müsli, Joughurt, Toast, Marmelade, Käse, Wurst und natürlich Kaffee und Tee wartete jeden Morgen auf uns und gab den nötigen Schwung für den Tag. Zum Abendessen gab es sogar einmal Rentierfleisch. Es erinnerte stark an mitteleuropäisches Wild, war aber reichlich zäh. War trotzdem lecker! :-)

Gut gesättigt ging man dann Abends kollektiv in die Sauna zum Schwitzen. Die anschließende Abkühlung im Eisloch des Sees hört sich zwar ein wenig selbstquälerisch an, ist aber weniger schlimm als es sich anhört. Da ist es wesentlich schlimmer sich im Schnee zu wälzen, da dieser logischerweise wesentlich kälter als das Seewasser ist. Es fühlt sich aber dennoch genial an und jeder der einmal in Finnland eine Sauna besucht hat, empfindet einen Saunabesuch anderswo in Europa wahrscheinlich als “Kinderkram”.

Julia, Liuyan, Dorothea, Typhaine, Agathe, DavidTagesaktivitäten gab es in Korvala viele. Man konnte sich kostenlos Langlauf-Ski, Schneeschuhe und Schlitten ausleihen und damit die Gegend unsicher machen. Wir nutzten die Zeit auch ausgiebig zum Wandern oder Skifahren. Im übrigen war es reichlich schwierig angemessene Hügel zum Schlittenfahren zu finden, so dass der erhoffte Rodelspaß nur bedingt einstellte. ;-)

Alles in Allem war der 26. Nov.-01. Dez. eines der besten Erlebnisse, die ich hier in Finnland hatte was nicht zuletzt auch an den richtig netten Leuten, mit denen man wirklich viel unternehmen konnte, lag.

Ich will ja nicht sentimental werden, aber so langsam fange ich an (zumindest gedanklich) mich von Finnland zu verabschieden. Ich bin nur noch bis 16. Dezember hier und dann nochmal kurz im Zeitraum vom 9. bis 15. Januar um meine Prüfungen zu schreiben. Aber zu Haus ist’s auch wieder schön und ich freu mich riesig auf Leipzig und die Vorhaben die dort auf mich warten! ;-)

nach oben

2 Kommentare auf “Lappland”

  • Kiyomizuzushi

    Seit einigen Tagen sind wir wieder zurück aus Finnland und Korvala. Jaana und Seppo sind unsere Freunde bereits seit 1991. Es war wieder schön, auch die Zwillinge Amanda und Alfred und Alexandra zu treffen.
    Anfang Februar 2011 werden wir wieder nach Korvalan touren und den Polarwinter erleben.
    Wir freuen uns schon auf unsere Lieblinge Hopsu und ZsA ZsA.
    LG aus Chemnitz

  • David

    Witzig, dass ihr auf meinem mittlerweile seit über 1 1/2 Jahren inaktiven Blog noch kommentiert! :-) Mein Trip nach Korvala ist ja mittlerweile auch schon fast 2 Jahre her aber er war der Höhepunkt meines Finnlandaufenthaltes.

    Grüße nach Chemnitz aus Leipzig!

    David

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtfeld

nach oben