Städtetour Tag 4 - Turku

Das Wetter in Turku war so, als wolle es sich für das vorher sehr ungemütliche Wetter der letzten Tage entschuldigen. Es herrschte Sonnenschein und ein paar wenige Wolken schmückten den Himmel. Leider war, wie auch die Tage zuvor, viel zu wenig Zeit für Turku. Denn die Stadt, die am Fluß Aurajoki liegt ist wirklich sehr idyllisch und bietet vor allem in kultureller Hinsicht sehr viel.

Turku, die ehemalige Hauptstadt, sowie älteste Stadt des Landes, liegt an der Mündung des Aurajoki in den Bottnischen Meerbusen. Von ihren Bewohnern wird Turku liebevoll als die kulturelle Wiege Finnlands bezeichnet. Die Universitätsstadt ist Sitz des lutherischen Erzbischofs und besitzt bereits seit 1623 ein Oberlandesgericht.

Turku - DomIch begann meine Tour durch Turku an der um 1230 gegründeten und 1300 geweihten Domkirche, der Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Kirchen in Finnland. Das Gebäude ist das Nationalheiligtum Finnlands und besteht aus massiven Backsteinen aus der spätromantischen Zeit. Nach dem Brand von 1827 wurde das Innere des Doms umfassend saniert und beherbergt zahlreiche Grabmäler bedeutender Männer.

TurkuGleich in der Nähe liegt das Museum Aboa Vetus & Ars Nova und ist im prachtvollen Gebäude des Rettig-Palastes am Aurajoki-Fluss untergebracht (der Rettig-Palast war einst das Privathaus eines Tabakfabrikanten). Das Museum wurde 1999 als zweitbestes Museum Europas ausgezeichnet. Was das beste Museum Europas ist weiß ich allerdings leider nicht. 1990 wurde zufällig bei Bauarbeiten ein mittelalterlicher Stadtteil entdeckt. Dieser ist Kern des Museums Aboa Vetus und zusammen mit der Ausstellung und den Ausgrabungen aus dem 14. Jh. bekommt man ein wirklich gutes Bild des mittelalterlichen Turku vermittelt.

Turku - DomEin ganzes Stück weiter süd-westlich fand ich mich nach längerem Fussmarsch am Aurajoki in der Burg von Turku wieder. Sie liegt unweit vom Hafen und ist eine massive Feldsteinburg (finn. Turun linna). Witzigerweise liegt sie nicht, wie man das z.B. von deutschen Burgen gewohnt ist auf einer Anhöhe sondern relativ weit unten am Fluss. Man hat regelrecht Probleme die Burg von weitem zu sehen. Die Burg wurde 1941 bei einem Bombenangriff stark zerstört, nach dem Krieg 1961 aber umfassend renoviert. Die Festung wurde wahrscheinlich um 1280, damals auf einer Insel in der Auramündung, erbaut und während der Wasazeit in 16 Jh. erweitert (nach dem König Gustav Wasa seinen Sohn Johan zum Herzog von Finnland ernannt hatte). Zu den Attraktionen der Burg gehört auch das Verließ, in dem Herzog Johan um 1570 seinen Bruder, den entmachteten Erich XIV., gefangen hielt.

Nach dem Rückmarsch in die Innenstadt entschied ich mich dann schon am späten Nachmittag für die Rückfahrt nach Helsinki bzw. Espoo-Leppävaara.

Ich kam relativ müde und fusslahm in meinem Apartment an, trotzdem glücklich in so kurzer Zeit so viel von Finnland gesehen und erlebt zu haben.

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1 Kommentar auf “Städtetour Tag 4 - Turku”

  • christine

    so viele interessante bilder, die bäume sind übrigens schon ganz schön kahl, außerdem hattest du offensichtlich immer gemütliche quartiere, besonders das couchsurving-hostel bei laura. gru mu

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